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Christian Ulmen ist als “Jonas”, geschminkt und mit geglätteten Haaren, um auszusehen wie ein echter 18jähriger, wieder in die Schule gegangen und hat natürlich einen Film darüber gedreht. Eltern, Lehrer und Schüler waren eingeweiht, dass hinter dem neuen Mitschüler für sechs Wochen der eigentlich schon 36 Jahre alte Ulmen steckt. Die Fake-Doku “Jonas” wurde an der Paul Dessau Gesamtschule in Brandenburg gedreht und kam letzten Donnerstag in die Kinos.
Ulmen, der damals in “Mein neuer Freund” Kandidaten mit seinen Charakteren zur Verzweiflung trieb, arbeitete für sein neuestes Projekt mit demselben Regisseur zusammen: Robert Wilde. Leider klappt das Konzept des Aus-der-Reserve-Lockens bei “Jonas” nicht mehr so gut wie damals, obwohl auch hier keine der Szenen gestellt war. Ulmen legt Jonas nicht radikal genug an, um Lehrer, Schüler oder das System zu entlarven. Ausserdem drückt er sich durch das konsequente Rollenspiel vor der Frage: Wie ist es für einen Erwachsenen, noch mal zur Schule zu gehen? Aber vielleicht ist das auch schon eine Art Antwort: Das schafft man nur verkleidet.
“Jonas” klappt am besten in den Momenten, wo sich der Film von der Hauptfigur entfernt und Einblicke in den Alltag der Schüler gibt. Eine Diskussion mit dem Chemielehrer zum Beispiel zeigt, unter welchem Druck die Jugendlichen stehen. Es gilt die Devise: Nach der Schule sofort Arbeit finden, sonst Hartz-IV.
Der Direktor der Schule erklärt, warum Jonas mit seinen dreisten Aktionen durchkommt: “Das waren halt kalkulierte Provokationen.” Er habe Ulmen gesagt, wenn er den Bogen überspanne, würde er seine Eltern zum Gespräch einbestellen. Die Schüler hätten ihren neuen Gefährten auch gut aufgenommen: “Die haben ihn schnell integriert, am Ende gab’s Abschiedstränen.”
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