Archiv für die Kategorie „Kultur“

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Die Folie abzuziehen, langsam die Klebefalte der Verpackung öffnen und das schwarze Vinyl aus dieser herausziehen. Dieses Gefühl ist mittlerweile in der Masse selten geworden. Denn wer von seinen musikalischen Lieblingen mehr hören und die neusten Songs schon eher haben will, begibt sich auf die virtuelle Ebene und zieht sich dort die Songs herunter – ob nun illegal oder legal sei erst einmal dahin gestellt. Jedoch ist es für die vielen Plattenläden, die es noch vor ein paar Jahren eigentlich überall gab, weit mehr als ein Gefühl, eine Schallplattenverpackung zu öffnen. Es ist ihre Existenz.
Wer sich in die walisische Hauptstadt begibt, kann bisweilen noch das Gefühl erleben: >>Spillers Records<<, steht in schwarzen, 80er Jahre-Buchstaben über dem Eingang. im Schaufenster liegen Unikate aus der mehr als hundert Jahre alten Firmengeschichte. Der Laden ist typisch für die englische Szene. Ein altes viktorianisches Haus. Marode für deutsche Verhältnisse. Doch hier ist es eben so. So unscheinbar er für englische Straßenzüge auch aussieht, verbirgt sich darin doch der älteste Plattenladen der Welt. 1894 wurde er eröffnet.
Doch auch Spillers Records musste in den letzten Jahren einen Kampf gegen das Internet führen. Einen Kampf, den sie eigentlich nur verlieren können. Hier im Netz gibt es weitaus mehr als Spillers Records und die vielen anderen Vinyl-Läden zu bieten haben. Millionen von Songs, Millionen von Alben, Millionen an Künstlern. Doch es ist eben dieses Gefühl, wieso es diese Läden immer noch gibt. Kunst ist individuell. Eine Platte hat dieses Altertümliche, dieses “Es gehört mir ganz allein!”-Gefühl. Es sind vor allem Stammkunden, die immer wieder in Spillers Records gehen und die so die Musik am Laufen halten. Wenn es sie nicht gebe, würde die Musik sicher weiterlaufen, aber das Licht bei Spillers Records, dem ältesten Plattenladen der Welt, würde ausgehen.
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Die Occupy-Bewegung scheint zur Zeit überall (kontroverses) Gesprächsthema zu sein. Der Comic-Kultautor Frank Miller, Schöpfer beispielsweise von “Sin City”, hat sich jetzt auch öffentlich positioniert – gegen die Bewegung. Auf seinem Blog wetterte er gegen die Protestler_innen: Sie seien eine Gruppe von Rüpeln, Vergewaltigern, Dieben und noltalgischen Hippies. Der Comic-Zeichner war noch nie für Political Correctness bekannt, allerdings waren seine Äußerungen selten so radikal und direkt beleidigend. Die Bewegung sei kein Volksaufstand, sondern Müll und ein schlechter Anarchie-Versuch beziehungsweise ein hässliches Mode-Statement. Weiter empfiehlt er den Babies, wie er die Protestler_innen nennt, besser zum Militär zu gehen und sich sinnvoll für die Gesellschaft einzusetzen. Vorzugsweise gegen die wahre Gefahr, die seiner Meinung nach, der islamistische Terror sei, mit dem sich Amerika im Krieg befände. Dieser skrupellose Feind Amerikas lache sich über die Bewegung nur ins Fäustchen, so Miller.
Dieser Eintrag hat den sonst beliebten Comic-Autor auf einen Schlag um viele Fans erleichtert. Prompt wurde er auf seinem Blog von empörten Fans in rund 6500 Kommentaren beantwort. Darunter finden sich Ausdrücke der Enttäuschung, viele Gegenbeschimpfungen und sogar einige Aufrufe, seine Comics zu verbrennen. Andere versuchen zu beruhigen und zu fragen, ob es nicht doch ein Scherz des Autors gewesen sein könnte, der schließlich für seinen morbiden Humor bekannt sei. Bis auf Weiteres hat Frank Miller allerdings weite Teile der Öffentlichkeit und seiner Fans gegen sich aufgebracht und die Occupy Bewegung ist in den Zuccotti Park zurück gekehrt.





